Was sind die wesentlichsten Therapieformen der TCM?
Die TCM ist eine gute Ergänzung zur Schulmedizin. Viele, die bei der TCM Hilfe suchen, haben bereits eine Reihe von Behandlungen hinter sich. Oft bringen sie eine schulmedizinische Diagnose mit. Dieses kann hilfreich sein, weil in der TCM die Diagnostik-Möglichkeiten sehr begrenzt sind.
Neben der Beurteilung der eigentlichen Beschwerden, ist es wichtig, die Verbindung zu den seelischen Ebenen zu knüpfen. Die Besonderheit der TCM ist die ganzheitliche Betrachtung von Körper und Seele. Das Ziel der TCM-Behandlung ist, das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang wieder herzustellen.
Durch individuell zusammengestellte Arzneimittel werden mangelnde Körpersubstanzen ergänzt und krankhafte oder überschüssige Substanzen ausgeleitet. Die bestehende Disharmonie wird reguliert. Oft wird die Behandlung mit Akupunktur kombiniert, wobei durch Akupunkturnadeln, Moxibution und Schröpfen den Qi-Fluss im Körper reguliert wird. Im Bereich von Muskeln, Sehnen und Knochen wird durch Tuina eine Lockerung der Muskulatur, eine Verbesserung des Qi-Flusses und damit Schmerzlinderung erreicht.
Die Behandlung mit TCM erfordert oft Geduld und Zeit, vor allem bei chronischen Beschwerden. Zur Wiederherstellung ihres Gleichgewichts sollten die Patienten aktiv mitwirken. Eventuell müssen sie auch die Lebensweise, ihre Einstellungen ändern oder auch ihre Ernährung umstellen.
Indikationen
Dem Klima und den Witterungsbedingungen wie Wind, Hitze, Feuchtigkeit oder Kälte werden in der TCM besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Krankheitsursachen können, wie auch in der traditionellen Medizin Viren und Bakterien sein. Übermäßige Arbeit, mangelndes Körpertraining, fehlende Entspannung oder falsche Ernährung sind weitere Krankheitsursachen. Auch Emotionen wie Ärger, Angst, Kummer, Schwermut oder Stress spielen als Krankheitsursache eine große Rolle.
Die häufigsten Einsatzbereiche der TCM sind Schmerzen (z.B. Kopf-schmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Arthrose, Zoster, Neuralgie), Lähmungen, chronische Störungen der Atemwege (Bronchitis, Sinusitis, Asthma, Heuschnupfen), des Magen-Darm-Traktes (Sodbrennen, Magenbeschwerden, chronischer Durchfall, Verstopfung, Blähbauch), im Bereich der Gynäkologie (Menstruation Beschwerden, Menopausesyndrom und Kinderwunsch), Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Depressionen, Erschöpfungszustände usw.
Nach einer ausführlichen Anamnese stelle ich ein optimales Therapiekonzept zusammen. Die Besonderheit der TCM ist eine Kausaltherapie. Beispielsweise stellen Kopfschmerzen nur ein Symptom dar. Eine erfolgreiche Therapie erfordert stets die Diagnose der auslösenden Ursachen.
Therapieformen
Diagnose
Zur Diagnose wird eine Vielzahl an Methoden herangezogen, wie das Betrachten, Hören / Riechen, Befragen und Betasten. Wichtig ist eine sehr ausführliche Befragung nicht nur über die Beschwerden, sondern auch über Körper-empfindungen wie Temperaturverhalten, Schwitzen, Durst, Schlafverhalten, Charakter, Lebensweise, Beruf, Familie, Ernährung usw. Beim Tasten von Puls sind die unterschied-lichen Pulsqualitäten zu beurteilen. Aus einem genauen Betrachten der Zunge ergeben sich Information über den Zustand des Körpers.
Akupunktur
Die TCM geht davon aus, dass die Lebensenergie Qi auf bestimmten Bahnen (Meridianen) durch den Körper fließt. Wird der Energiefluß durch Krankheiten und Stress unterbrochen, kann er durch Akupunktur wieder aktiviert werden. Bestimmte Stellen des Körpers werden mit Metallnadeln punktiert. Sehr häufig wird Akupunktur auch zur Schmerzlinderung eingesetzt.
Moxibustion
Die Moxibustion ist eine wichtige Ergänzung der Akupunktur. Dabei werden die Akupunktur-punkte zusätzlich durch Wärme stimuliert. Ein aus Beifuß gerolltes Stäbchen, die Moxa-Zigarre", wird angezündet und in geringem Abstand zur Haut gehalten. Durch die Wärme wird dem Körper Energie zugeführt.
Schröpfen
Das Schröpfen stellt ein weiteres wichtiges Element der TCM dar. Saugnäpfe sollen durch Unterdruck QI-Stockungen im darunter liegenden Gewebe auflösen.
Tuina
Die Tuina stellt einer der ältesten manuellen Behandlungsmethoden der TCM dar. Die Wirkung beruht auf einer Öffnung blockierter Meridiane und der Anregung des Blut- und Energiekreislaufs durch diese spezielle Massagetechnik. Ziel ist es, das Gleichgewicht von Yin und Yang wieder herzustellen und zu erhalten.
Kräutermedizin
Die Kräutermedizin ist eine der wichtigsten Therapiemaßnahmen der TCM. Durch individuell zusammen gestellte Arzneimittel werden mangelnde Körpersubstanzen ergänzt und krankhafte oder überschüssige Substanzen ausgeleitet. Die bestehende Disharmonie wird reguliert. Häufig wird die Behandlung mit anderen Therapiemaßnahmen wie z.B. der Akupunktur kombiniert.
Das auf den Parienten exakt zugeschnittene Extrakt aus pflanzlichen und mineralischen Substanzen, das sogenannte Dekokt muss sorgfältig vorbereitet werden. Die Tagesmenge ist zweimal täglich vor der Mahlzeit warm einzunehmen.